2. Tag in Athen

Unser zweiter Tag startete mit einem Treffen im Rathaus mit dem Vize-Bürgermeister Lefteris Papagiannakis, der zuständig ist für Migrations- und Flüchtlingsangelegenheiten, und Antigone Kotanidis, Beraterin des Bürgermeisters für Migrations- und Flüchtlingsangelegenheiten. Das Team besteht seit kurzem und setzt sich aus  vier Personen zusammen und ist für Griechenland einzigartig. Erstaunlich war ihre Offenheit im Umgang mit kritischen Fragen zur Unterbringung, sowie zu Intergrationsfragen. Ihre Schilderungen stützten unsere Erkenntnisse des ersten Tages, dass Griechenland sehr zentralistisch ist und Kommunen geringe Handlungsspielräume haben.

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Der Vize-Bürgermeister und die Beraterin des Bürgermeister im Gespräch (Foto: Laurenz Blaser)

Die Herausforderungen für die Stadt Athen sind sehr groß und vielfältig, insbesondere seit der Schließung der Balkan-Route hat sich Athen (und Griechenland) von einem Ort des Transits zu einem Ort des Ankommens gewandelt. Athen setzt sich mit der neu besetzten Abteilung besonders auf EU-Ebene für eine Koordinierung der Städte in Flüchtlingsfragen ein, um Wissen und Erfahrung auszutauschen, aber auch um Gelder von der EU-Kommission zu akquirieren. Zentral dabei ist das EUROCITIES-Netzwerk: „We are pressuring on European institutions for direct funding to the cities.“ Auf nationalstaatlicher Ebene versucht das Team gemeinsam mit anderen griechischen Städten Druck auf die Regierung aufzubauen, um überhaupt das Thema Integration auf die griechische Policy-Agenda zu setzen.

Am Nachmittag trafen wir uns mit einem der Hauptorganisatoren des Greek Council of Refugees Kazim Royish, der selber 2002 in Griechenland als Geflüchteter angekommen ist.Er gab uns einen Einblick in die Perspektive der Geflüchteten. Hauptkonsequenz des EU-Türkei-Deals sei es, dass mehr Geflüchtete an den Grenzen Europas sterben würden und die Schleuser mehr Geld verdienen würde.Menschen die beschließen ihre Heimat zu verlassen aufgrund von Bürger_innenkrieg wie in Syrien ließen sich nicht durch besser gesicherte Grenzen abhalten die Flucht zu versuchen.

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Unsere Gruppe im Rathaus von Athen (Foto: Laurenz Blaser)

Das Greek Forum for Refugees unterstützt selbstorganisierten Protest und versteht sich als Netzwerk zwischen den migrantischen Communities, NGOs und staatlichen Strukturen. In den letzten Monaten leistete das Forum so einen wichtigen Beitrag dazu, dass sich Geflüchtete in Idomeni und im Eleonas Camp in Athen zusammenschlossen, um ihre Meinung gegen die unhaltbaren Zustände in den Camps zu artikulieren. Das Forum ist weiters auch eine Plattform der unterschiedlichen migrantischen Gruppen und leisten so eine wertvollen Beitrag zur Integration in die griechische Gesellschaft.

 

 

 

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